Das Taschentuch

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Das Taschentuch

GESTERN

Im Mittelalter waren diese gewebten und verzierten Stoffe wegen ihrer aufwendigen Herstellung derart kostbar, dass man sie als Vorzeigeobjekt in der Hand trug. Das Taschentuch galt als symbolisches Liebespfand, mit dem man seinem Treueversprechen Ausdruck verlieh. Als Adel und Bürgertum sich vom Stande her aufeinander zu bewegten, tauchte das Taschentuch als Ziergegenstand in einem neu erfundenen Kleidungsstück auf, dem Sakko. Es wurde mit dem diskreten Charme der Bourgeoisie als Einstecktuch in der linken Brusttasche platziert. Für einen Gentleman gehörte es zum guten Ton, ein sauberes und frisch gebügeltes Taschentuch bei sich zu führen, um es im Bedarfsfall der Dame in seiner Begleitung anbieten zu können.

HEUTE

Das handrollierte Taschentuch ist gedacht für die betuchte Gesellschaft, die sich mit Stilbewusstsein und Eleganz von der Masse unterscheidet. Seinen Dienst erweist es als modisches Accessoire, sowie auch als persönlicher und treuer Begleiter in alltäglichen Situationen . Das unscheinbar kleine Tuch unterstreicht die grossen Momente des Lebens.